Vor den überaus
zahlreich erschienenen Ehrengästen aus Kommunal- und Schulpolitik wurde im
Rahmen einer Feierstunde der Rektor der Volksschule Oberes Inntal in
Kiefersfelden, Werner Leipold, in den wohlverdienten Ruhestand entlassen.

In seiner Ansprache blickte der zukünftige Ruheständler zurück auf seine 40-jährige Dienstzeit und berichtete von zahlreichen heiteren, aber auch einigen nachdenklichen Episoden aus seiner Laufbahn. Die 18 Jahre, die er davon als Schulleiter in Kiefersfelden wirkte, waren geprägt von einschneidenden und zukunftsweisenden Veränderungen. Das Schulhaus wurde komplett umgebaut, eine neue Turnhalle errichtet, der Pausenhof umgestaltet, eine Wasserwand und eine Kletterwand installiert.
Besonders hervorgehoben wurde von Rektor Leipold die stets hervorragende Zusammenarbeit mit einem überaus engagierten Kollegium und mit den ehemaligen Schulräten Kurt Gerlsbeck und Josef Beham.
Konrektor Günther Kessler würdigte den scheidenden Schulleiter als einen Chef, dem Begriffe wie Gängelung oder Bevormundung völlig fremd sind und der seinem Kollegium stets den nötigen Freiraum für kreatives Arbeiten ermöglichte.„Das ausgezeichnete Schulklima, das bei uns herrscht, ist vor allem ein Verdienst von Dir und Deinem Vertrauen in die Eigenverantwortung der Lehrer“, betonte Herr Kessler.
Die beiden Bürgermeister von Kiefersfelden und Oberaudorf, Erwin Rinner und Hubert Wildgruber, stellten die erfolgreichen Bemühungen des zukünftigen Pensionisten um eine harmonische und gedeihliche Zusammenarbeit mit der Schule und den Gemeinden des Schulverbands heraus.
Auch Klaus Kauer, Rektor der benachbarten Grundschule Oberaudorf, bedankte sich bei Herrn Leipold für dessen kollegiale Art und seine Hilfe in vielen Angelegenheiten. Er erinnerte sich an gemeinsame Bergtouren und schloss seine Rede mit ihren damaligen Leitspruch: „Es lebe die Freiheit!“
Der Landtagsabgeordnete Sepp Ranner sah Leipold als „pädagogischen Tiefwurzler“, dem der Mensch mit seinen Anliegen und Nöten immer das Wichtigste war. Er hob besonders die Tatsache hervor, dass Werner Leipold stets zu seiner Meinung stand, auch wenn es sich manchmal um unbequeme Wahrheiten handelte, die es zu rechtfertigen galt. „ Du bist Dir und Deinen Prinzipien immer treu geblieben“, war eine der Kernaussagen von Sepp Ranner.
Als letzter Festredner ergriff Pfarrer Nun das Wort und mit einem gemeinsamen Gebet beendete man den offiziellen Teil der Verabschiedung.
Die Hausmeister sorgten nun für ein gemütliches Buffet. Den Höhepunkt des Abends bildete das vom gesamten Kollegium aufgeführte Singspiel „Chefnix und die Evaluation.“
Fast eine Stunde lang wurde auf höchst unterhaltsame Weise der verzweifelte Kampf einer unbeugsamen Schule gegen den ausufernden Bürokratismus persifliert. Als am Schluss der noch amtierende Chef, perfekt gespielt von Tom Stelzer, am Kletterseil in die Luft gehoben dem Ruhestand entgegen schwebte, wurde so manche Träne nur mühsam unterdrückt.
Bis tief in die Nacht hinein ging die Feier weiter und dabei zeigte sich das, was die Kieferer Schule unter Werner Leipolds freundschaftlicher Führung prägte: „Mia ghör´n zamm und san gern in da Schui!“